Warum macht Software Programmierung keinen SPASS mehr ?

Tief traurig bin ich über die Tatsache, dass meinen Kindern und deren Freunden auf den Hochschulen die Softwareentwicklung mehr oder weniger vergrault wurde. In einem Zimmer steht ein dickes C++ Buch im Regal und staubt vor sich hin, im anderen “Java” das dickste Buch das ich bisher gedruckt gesehen habe… alles andere macht ihnen mehr Spass.
Was ist da schief gelaufen . Wann hat Software noch Spass gemacht und ab wann nicht mehr ?
Manche denken mit Wehmut an die Anfänge der Personalcomputer zurück. In Zeiten von C64, Atari520 und den ersten DOS-PC’s war Software knapp, meistens hat man einen Basic-Interpreter mitgeliefert bekommen. Man musste sich einiges selbst programmieren. Das Computer-System und der Befehlsvorrat waren überschaubar - man konnte sofort mit programmieren loslegen, Versuch und Irrtum, durch die Interpreter-Struktur hatte man sofort ein Erfolgserlebnis . Eine unwahrscheinlich kreative und produktive Zeit war das – nicht nur für einen erlauchten Kreis von Experten – sonder für jeden der an Technik interessiert war.
Mensch das hat Spass gemacht. Eines meiner grossen Basic-Projekte waren ein Leiterplatten-Layout-System in Basic auf dem Atari520 – später durch die gekaufte “Eagle-Layoutsoftware” abgelöst. Ein anderes Projekt war ein Quick-Basic-Cross-Compiler von Basic in Assembler für einen NEC-78K3 16Bitter. Meine ersten Simulationen liefen auf einem Casio-Basic-Taschenrechner. Noch heute in Gebrauch ist ein Mess-System mit HPGL-Grafik-Ausgabe, programmiert in Rocky-Mountain-Basic ursprünglich auf einer HP-Workstation erstellt und jetzt Emuliert mit HT-Basic.
Die ersten ME10 CAD Stationen hatten ein Pascal Betriebssystem super kompakt, gut zu pflegen, Pascal zunächst sehr einfach und effektiv. Mit hunderten CAD-Zeichnungen und dem Betriebssystem unter 20MByte.
Dann wurde Pascal durch Unix abgelöst, in C geschrieben, alleine das Betriebssytem brauchte rund 100MByte … danach kam C++ und später JAVA , das für ein kleines Programm auf meinem PC alleine schon 30MB Ram benötigt.
Die PCs werden immer leistungsfähiger, der normale PC-Anwender ist nur noch Software-Benutzer – warum das denn ?
Wo man zu Basic-Zeiten in ein paar Minuten ein kurzes Programm geschrieben hat, wird heute höchstens noch versucht, das irgendwie noch mit Excel zu lösen - zumindest was meinen Bekanntenkreis angeht.
Basic ist die Abkürzung für „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code” . “Anfänger Allzweck Symbolischer Befehlscode” - das fehlt mir heutzutage.
Seit kurzem bin ich auf der Suche nach einem Allheilmittel hierfür … praktisch auf der Suche nach dem Software Gral* .. der Programmiersprache. Was ich mir wünschen würde, was ich suche ist :
- Eine einfache und leicht verständliche Programmiersprache
- Wenige Grundbefehle
- Klein, kompakt, überschaubar
- Geignet für den Laien, erweiterbar, auch interessant für Profis
- Pro Modul oder Funktion maximal eine Druckseite
- Einfache Grafikfunktionen integriert
- Lauffähig auf PC
- Auch für kleinen 16-Bit-Systeme < 1MB flash , <10K Ram geeignet
- Open Source auch für kommerzielle Applikationen nutzbar
* Der Heilig Gral – Zitat aus wikipedia.de :
Allen Überlieferungen ist gemeinsam, dass sie den Gral als ein wundertätiges Gefäß in Form einer Schale, eines Kelchs oder eines Steines beschreiben. … Er soll Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle bieten. Dieses wunderkräftige und heilige Gefäß, das ewige Lebenskraft spendet, ist jedoch umgeben von einer Gemeinschaft, die unter einem Mangel leidet…
WEM und WAS ich auf der Suche begegnet bin sind ua:
- Python
- newLISP
- GLBasic
- Forth
- …
Die Suche allein macht schon Spass. Im Moment wäre mir am liebsten etwa folgende Mischung : Das mächtige nur 0,3MB kleine newLISP, die Grafik von GLBasic, die Hardwarenähe und Kompaktheit von Forth ..
Demnächst mal mehr darüber .